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Jugend-Europameisterschaft in Spanien und Junioren-Europameisterschaft in Dänemark Die Mietrachinger Orientierungsläuferin Anna Biller (17 Jahre) stand im diesjährigen achtköpfigen Nationalmannschaftsaufgebot für die Jugend-Europameisterschaft, die in Soria in Spanien ausgetragen wurde.
Gleich zum Auftakt beim Langdistanzrennen sorgte ein Gewitter mit zwei Blitzeinschlägen in unmittelbarer Nähe des Ziels mit einem halbstündigen Stromausfall für Aufregung. Die Ergebnisse der Deutschen Läuferinnen und Läufer waren mehr durchwachsen. Auf einer Strecke von 5,5 km und 230 Höhenmetern hatte Anna 16 Posten zu bewältigen und konnte sich als zweitbeste Deutsche unter 73 Starterinnen in der Kategorie D-18 auch Platz 39 im Mittelfeld platzieren - wie viele andere hatte auch sie Probleme auf dem Weg zum ersten Posten.
Anders als vorhergesagt gab es zum Staffelwettkampf der Jugend-EM eine deutliche Wetterbesserung; und mit der Sonne präsentierten sich die deutschen Athleten auch in einer besseren Form als am Vortag. Mit dem offenen und von vielen parallelen Felsbändern geprägten Gelände stellte der Veranstalter die Teilnehmer vor gänzlich andere Aufgaben als noch beim Einzellauf. Anna Biller kam mit dem Gelände überwiegend sehr gut zurecht und lief als Schlussläuferin der D-18 Staffel ein starkes Rennen. Auf Position sechs ins Rennen geschickt musste sich die Mietrachingerin nur noch von einer norwegischen Läuferin überholen lassen und sicherte der Deutschen Staffel einen hervorragenden 7. Platz.
Das abschließende Sprintrennen wurde sehr temporeich und es war der Tag der Schweizer. Insgesamt 5 Medaillen und weitere 3 Plätze unter den besten Sechs gingen an unsere südlichen Nachbarn. Nach einem flachen Start im Schlosspark ging es rasant bergab in die Innenstadt - auf kurzes steiles Waldgelände folgte der von Routenwahlen geprägte urbane Teil der Bahnen, bevor die Läufer ein weiteres Mal steil bergab in den Zielbereich am Fluss liefen. Hier galt es bei kurzen Übergängen zwischen einzelnen Inseln den Überblick zu behalten. Wie beim Sprint üblich trennten nur sehr geringe Zeitabstände die Platzierungen. Mit einem kleinen Fehler im Schlussteil reihte sich Anna Biller in der Damen-18 an 22. Position ein. In der gemeinsamen Analyse kam man mit den Trainern zu dem Schluss, dass zu oft Unsicherheiten zum Verlust entscheidender Sekunden geführt hatten.
Im Anschluss an die Siegerehrung fand die Übergabe der IOF-Flagge an den Ausrichter der nächsten Jugend-EM statt. 2011 sind die Läuferinnen und Läufer Ende Juni in Jindrichuv Hradec in Tschechien zu Gast. Für die junge Orientiererin ging eine EM mit Höhen und Tiefen zu Ende. Doch viel Zeit darüber nachzudenken blieb nicht, da Anna direkt nach Dänemark weiter flog, wo das Junioren WM-Team schon auf sie wartete. Wie berichtet hatte sich Teamkollegin Maria Lange für die WM qualifiziert, aber auf Grund einer Verletzung ihren Startplatz freigegeben. Der Trainerrat hatte Anna nachnominiert, um eine dritte Läuferin für die WM Damen-Staffel zu haben. Durch die Strapazen der EM-Läufe und die schon beginnenden WM-Läufe gab es für die 17jährige keine Zeit, sich zu regenerieren. Um das Gelände etwas kennen zu lernen startete Anna zum Qualifikationslauf über die Mitteldistanz. Hier verpasste sie mit Platz 24 den Einzug ins A-Finale nur knapp und verzichtete tags darauf aufs B-Finale um fürs Staffelrennen noch einmal alle Kräfte sammeln zu können, das traditionell zum Abschluss der Junioren-Weltmeisterschaft statt findet. Das Wettkampfgebiet ca. 30 km südlich von Aalborg unterschied sich aber grundlegend von den durch Dünen und Krüppelkiefern geprägten Küstenwäldern der vorangegangenen Tage. Zu großen Teilen offene, von Heidekraut bewachsene Hänge mit großen Höhenunterschieden verlangten den Läufern alles ab. Die hochsommerlichen Temperaturen von knapp 30 °C sowie die extrem fordernden Bahnen mit zum Teil über 5% Steigung taten ein weiteres. Das Damen-Team ging mit Josephine Greiner (TSV Grünwald) an den Start. Diese übergab schon in fast aussichtloser Situation an Johanna Schmidt, die ebenfalls wie ihre Vorläuferin einen Posten überlief und dadurch einen großen Zeitverlust hinnehmen musste. Anna war als Schlussläuferin eingesetzt und konnte nur noch wenige Platzierungen gut machen. Am Ende musste man sich mit einem enttäuschenden 21. Rang begnügen. Mit den Staffelweltmeistern Norwegen (Herren) und Dänemark (Damen) ging eine abwechslungsreiche Junioren-WM zu Ende, die vor allem für die gastgebenden Dänen ein großer Erfolg war. Einige organisatorische Defizite warfen zwar kleinere Schatten über die Veranstaltung, aber vor allem die Wettkämpfe konnten mit sehr guten Karten und mehrheitlich guten Bahnen überzeugen. |








